Der Aktienmarkt nähert sich seinem Allzeit-Hoch. Und schon geht die Angst vor einem Aktien-Kollaps um.
Aktiv werden oder Abwarten?
Warum Sie Rekordständen mit Weitsicht begegnen sollten.
Es ist wieder soweit: Der Aktienmarkt steuert auf Rekordwerte zu. Statt Freude treiben Anleger aber Sorgen vor einem Börsen-Kollaps um. Ein Gefühl der Unsicherheit macht sich breit. Häufig ist von überhitzen Märkten und unkalkulierbaren Risiken die Rede. Und schon wird das immer gleiche Mantra bemüht: Buy low, sell high!
Der umsichtige Anleger stellt sich nun die Frage: Soll ich investieren, oder die nächste Delle abwarten? Um die Frage vollumfänglich beantworten zu können, lohnt es sich, ein wenig auszuholen: Aktien stellen eine rechtlich klar definierte und zeitlich unbefristete Teilhabe an den Gewinnen und dem Wachstum eines Unternehmens dar. Der überlegte Investor verteilt sein Kapital auf viele verschiedene Firmen – am besten global. Das unternehmerische Einzelrisiko minimiert sich so.
Erfolg und Scheitern gehören zum Unternehmertum
Apropos Unternehmen: Auch wenn moderne Großkonzerne und deren Geschäftsmodelle teils undurchsichtig und für viele Menschen schwer greifbar sind, das Unternehmertum an sich ist absolut nichts Neues. Zwar ist ein moderner Handwerksbetrieb kaum mit einem mittelalterlichen Hufschmied vergleichbar. Jedoch ging es bereits damals darum, sich Fähigkeiten anzueignen und diese zu entwickeln, um sie anderen Menschen anbieten zu können.
“Von der Antike bis heute gehören Erfolg und Scheitern zum Unternehmertum. Manche der heutigen Großkonzerne werden in zwanzig Jahren an Bedeutung verlieren — und Unternehmen, die heute noch niemand kennt, könnten unseren Alltag prägen. Die Zukunft bleibt ungewiss — und genau deshalb funktioniert Diversifikation.”
Der Markt funktioniert
Gewiss ist allerdings, dass ein erfolgreiches Unternehmen regelmäßige Gewinne verbucht und daraus eine fortlaufend positive Rendite für die Anleger resultiert. Früher oder später geht das mit einem Höchststand einher, das ist nicht verwunderlich. Wir sind allerdings darauf konditioniert, dass nach einem Anstieg ein Fall kommen muss. Nicht selten öffnen Anleger so die Büchse der Pandora.
Häufig wird wild am Portfolio herumgebastelt. Die historische Kapitalmarktforschung legt jedoch den Schluss nahe, dass übereilte Maßnahmen — etwa der Versuch, den Markt zu timen — nicht selten mit zusätzlichen Risiken und Kosten einhergehen. Langfristig orientierte Anleger:innen begegnen Rekordständen am Aktienmarkt daher in der Regel mit Weitsicht statt mit Aktionismus.