Magazin — Familienvermögen langfristig sichern

Das Konzept Family Office

Wie das Vermögen in der Familie bleibt.

18. Mai 2021 auf Magazin|Hegers Finanzen GmbH



Wer etwas besitzt, möchte es weitergeben - vorzugsweise an die eigene Familie. Indes zeigen Studien, dass der Löwenanteil der Familienvermögen bis zur dritten Generation verloren geht.
Was die Gründe dafür sind und wie es dennoch gelingt, Vermögenswerte weiterzugeben...



Rund 90 Prozent des Familienvermögens gehen bis zur dritten Generation verloren — so das vielzitierte Ergebnis einer Langzeitstudie der Vermögensforscher Roy Williams und Vic Preisser, die über 3.250 wohlhabende Familien untersuchten (Preparing Heirs, 2003).
Bemerkenswert: Nicht Fehlentscheidungen an den Kapitalmärkten oder hohe Steuersätze sind demnach der Hauptgrund für die Misere. In rund 60 Prozent der Fälle führen mangelnde Kommunikation und Vertrauensverlust innerhalb der Familie zum Scheitern der Vermögensweitergabe.

Der Zusammenhalt innerhalb der Familie ist ein wesentlicher Baustein für die Vermögenssicherung.


Fehlende oder mangelnde Nachfolge- und Erbenregelungen sind Gift für die Weitergabe des familiären Inventars. Wer Vermögenswerte über Generationen hinweg erhalten möchte, kommt nicht umhin, neben dem Kapitalerhalt auch den Familienzusammenhalt in den Blick zu nehmen. Beides gehört zusammen.

Was ein Family Office leisten kann

Das Konzept des Family Office stammt ursprünglich aus der Welt sehr großer Vermögen. Im Kern geht es darum, alle finanziellen Angelegenheiten einer Familie gebündelt zu betreuen — von der Vermögensanlage über Steuerkoordination und Nachlassplanung bis hin zur Einbindung der nächsten Generation. Entscheidend ist dabei nicht die Vermögenshöhe, sondern die Frage, ob die finanzielle Komplexität einer Familie eine laufende, strukturierte Betreuung erfordert.


Dabei stellen sich Fragen, die weit über die reine Kapitalanlage hinausgehen: Wie lässt sich eine Familiencharta gestalten, die gemeinsame Werte und Spielregeln festhält? Wie werden steuerliche und rechtliche Themen koordiniert, ohne dass sie zur Belastung werden? Und wie bindet man Erben frühzeitig ein, damit der Übergang gelingt?



“Die größte Gefahr für Familienvermögen sind nicht die Märkte — es ist das Schweigen über Geld innerhalb der Familie.”



Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Die dargestellten Einschätzungen spiegeln die Meinung der Redaktion zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wider. Individuelle Fragen sollten mit einem qualifizierten Berater besprochen werden.

Christian Hegers, Geschäftsführender Gesellschafter von Hegers Finanzen

Dieser Artikel stammt von:

Christian Hegers

Geschäftsführender Gesellschafter

"Vermögen zu erhalten ist eine Familienaufgabe — keine Einzelleistung. Wer die nächste Generation frühzeitig einbindet und gemeinsame Spielregeln schafft, legt das wichtigste Fundament für den langfristigen Erhalt."